Sei unberechenbar!

Alles fliesst

Offline SF
Bild: SF

Ich wäre gern offline. Meistens.

Alles fliesst, alles ist einem permanenten Wandel unterworfen. Durch die äusseren Veränderungen ändert sich das Individuum. Es ist wichtig, diese Veränderungen zu verstehen und daran teilzunehmen. Dazu gehört es, in der digitalen Welt mitzuschwimmen und doch seinen eigenen Weg zu suchen.

Aber wie angenehm ist es doch, die digitale Welt ein Weilchen hinter sich zu lassen und ungestört zu sein von Handy und Laptop?!

Wobei…

Ein perfekter Tag sieht für mich so aus: Unterwegs in den Bergen, zu Fuss oder mit dem Fahrrad. Wenn ich die Gegend nicht kenne, bin ich auf jeden Fall mit einer Karte unterwegs, die mir hilft, den richtigen Weg zu finden. Apropos finden: Spannend ist es, neue Wege zu nehmen und sich per Wander-GPS ans Ziel führen zu lassen. Dank SBB-App auf meinem Handy komme ich auch jederzeit wieder per ÖV nach Hause. Bei einer mehrtägigen Wanderung oder einer Velotour helfen GPS und Handy dabei, die nächste Beiz oder Unterkunft zu finden. Der Regenradar der Wetter-App warnt mich rechtzeitig vor dem nächsten Schauer.

Die digitale Abstinenz. Gar nicht so einfach, wenn man sich mal an die elektronischen Helferlein gewöhnt hat. Aber erholsam ist es schon, das Handy lautlos zu stellen und den Blick nicht von einem Bildschirm begrenzen zu lassen, sondern den eigenen Horizont zu erweitern. Wichtig ist es, in Bewegung zu sein und zu bleiben. Ab und zu Zeit und Ruhe zu haben, offline nachzudenken.

Zweiundvierzig

Ich bin online. Oft.

„42“. Das ist die Antwort, die der Computer „Deep Thought“ nach jahrhundertelangen Berechnungen den Zuhörenden gibt. Die Antwort auf „…the ultimate question about life, the universe and everything“, wie Lesern des Science fiction-Romans „The hitchhiker’s guide to the galaxy“ bekannt sein dürfte. Da die Frage unbefriedigend beantwortet wurde, wird die Erde gebaut, um wiederum die passende Frage zu ermitteln (Adams, 1979, S. 143).

Fragen stellen sich tatsächlich viele für die Erde und ihre Bewohner. Computer können vieles besser als wir Individuen. Sie können gut rechnen, mit Wiederholungen umgehen, und sehr gut Daten auswerten. Computer haben bereits viele einfache Fragen beantwortet. Sie sind aber nicht dazu in der Lage, komplexe Fragen zu beantworten. Auch heute noch müsste jeder Computer vor einer Sinnfrage kapitulieren.

Aber, ein „Deep thought“ von heute hätte seinem Urahnen schon mal das Tempo voraus. Aber nicht nur das. Computer und Roboter können automatisierbare Aufgaben effizienter, günstiger und ohne Pausen erledigen. Wichtig ist es darum, dass wir Individuen damit beginnen, uns Kenntnisse und Tätigkeiten anzueignen, die nicht automatisierbar und berechenbar sind.

Der Professor für Medien- und Informatikdidaktik Beat Doebeli Honegger zitiert in seinem Buch: „Mehr als 0 und 1: Schule in einer digitalisierten Welt“ den Informatikprofessor Klaus Haefner, der bereits in den 80ern prophezeite, dass bestimmte Berufsgruppen durch Digitalisierung und Automatisierung leichter ersetzbar werden als andere (Doebeli Honegger, 2016, S. 47).

Keinem Computer wird es gelingen, die „Unberechenbaren“ zu ersetzen, laut Haefner sind das Kreative, Unternehmer, Lehrer, Ingenieure und diejenigen, deren Tätigkeit stark an mitmenschliche Kommunikation gebunden ist. Darum wird es immer wichtiger werden, diese Kompetenzen zu fördern. Die Schule selbst muss dazu einen gewaltigen Denkschritt machen, um diesen Veränderungen Rechnung zu tragen. Weniger Auswendiglernen und Stoff abfragen, sondern ganzheitliches Systemdenken, Filterkompetenz und die Wichtigkeit des lebenslangen Lernens sind Inhalte, die in der Schule vermittelt werden sollten. Selbstverständlich gehören Medien-, Informatik- und Anwendungskompetenzen ebenfalls zu den für die Zukunft wichtigen Fähigkeiten (ebd. S. 46- 54).

Unkonventionelles Denken und Querdenken, Teamfähigkeit und Sozialkompetenz sind darum wichtige Fähigkeiten, die sich das Individuum in Zukunft aneignen sollte (Doebeli Honegger, 2016, S. 47).

Unberechenbar

Worauf kommt es also für das Individuum der Zukunft, das Individuum 4.0, an?

Meine Antwort darauf lautet: „Unberechenbar“ zu sein und zu bleiben, Veränderungen positiv mitzutragen und immer (die richtigen) Fragen zu stellen.

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