Die Macht des Einzelnen im Kollektiv

„Vieles, was wir uns als persönliche Ziele erträumen, lässt sich nicht ohne die Unterstützung anderer realisieren“ und „in den arabischen Ländern eröffnen soziale Medien die Möglichkeit, sich zu vernetzen und gemeinsam gegen die Zwänge der Despoten und Diktatoren aufzubegehren, um in Freiheit zu leben und individuelle Chancen wahrzunehmen“ (zukunftsInstitut, 2016).

So da haben wir es. Das Internet. Es bringt durchaus auch sinnvolles hervor  :). Es ermöglicht dem Einzelnen sich zu informieren, sich politisch zu äussern und sich damit eine eigene Meinung zu bilden. Und es wird vor allem dann interessant, wenn dieses Potenzial hinsichtlich politischer Belange ausgeschöpft wird. So auch geschehen Anfang dieses Jahres bei uns in der schönen Schweiz. Ein klares Nein – zur Durchsetzungsinitiative der SVP. Der menschlichen Vernunft sei Dank. Ein kleines Wunder, denn nicht wenige Monate vor der Abstimmung lagen die Umfragewerte mit 66% noch bei einem klaren Ja. Wie kam es also noch zu dieser Kehrtwende? Einer der möglichen Gründe für dieses Ergebnis: die Interaktion in sozialen Netzwerken. In den Wochen vor der Abstimmung wurde fleissig gepostet, gelikt, getwittert und das von jedem einzelnen Individuum. Die Profilbilder auf Facebook wurden ausgewechselt, so erschien meist nur noch ein schlichtes NEIN, anstatt das gewohnte Selfie. Bei Twitter machte der Hashtag #DSInein die Runde. Angetrieben wurde diese Dynamik vor allem durch die Gegenkampagnen der Durchsetzungsinitiative, wie beispielsweise jene der politischen Bewegung Operation Libero. Die Organisation, welche von jungen Studenten gegründet wurde, setzte gezielt Social Media ein, um sich vor allem bei den jüngeren Bürgern Gehör zu verschaffen. So wurde beispielweise über Facebook auf die Widersprüche und Gefahren der Initiative aufmerksam gemacht. In den sozialen Netzwerken kam es dieser Tage dann vermehrt zu Debatten, welche Schlagwörter wie Rechtsstaat, Verhältnismässigkeit, Gewaltenteilung etc. beinhalteten (Schmid, 2016). Es fand ein Diskurs statt, zwischen Gegnern und Befürwortern und zwischen jenen, welche sich ansonsten vielleicht nicht wirklich für Politik interessieren.

Dies soll hier kein Lobgesang auf die sozialen Medien an sich werden. Jene sind letzten Endes nämlich nur Mittel zum Zweck. Ein Kommunikationstool, welches von uns einzelnen Individuen bespielt wird. Sie helfen jedoch schlussendlich dabei, die persönliche Einstellung einzelner Individuen, gerade auch was gesellschaftlich wichtige Themen anbelangt, einer breiteren Masse zugänglich zu machen und auf diese Weise Überzeugungsarbeit zu leisten. Das einzelne Individuum erkennt, dass es mit seiner Haltung nicht alleine da steht. Sobald sich dann diese einzelnen Individuen zu einer Einheit formieren, welche alle die gleiche Botschaft aussenden, nämlich – Nein nicht mit uns – kann das durchaus einiges ins Rollen bringen.

Etwas bewegen möchten auch jene Einzelne die an sogenannten Smartmobs teilnehmen. Dabei mobilisieren sich Personen, welche sich vorher noch nie begegnet sind mit Hilfe von Internet oder SMS, um sich an einem meist öffentlichen Ort zu treffen und gemeinsam auf Missstände und wichtige Themen aufmerksam zu machen. Im Gegensatz zum Flashmob, bei welchem der Spass im Vordergrund steht, verfolgt der Smartmob vor allem politische Ziele. Auch in der Schweiz haben in der Vergangenheit bereits solche Smartmobs stattgefunden. Dabei ging es beispielweise um den Schutz vor Waffengewalt oder das Exportverbot von Kriegsmaterial.

Mit Hilfe des Internets und infolge der Nutzung von modernen Kommunikationsmitteln, entsteht somit eine ganz neue Art der politischen Partizipation. Wir dürfen also gespannt sein wie sich diese Thematik in der Zukunft des Individuums 4.0 weiter entwickeln wird.

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