We are sharing

 „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ (Don Bosco).

In einigen unserer Blogbeiträge haben wir uns mit dem Individuum, dem Einzelnen, beschäftigt. In der Natur dieses Einzelnen liegt es, sich selbst zu verwirklichen, aber auch, nach Gemeinschaft zu suchen. Dieses Miteinander findet nicht mehr nur in der nächsten Umgebung, sondern auch online auf verschiedenen Plattformen statt.

Einer dieser Trends ist Sharing, das Teilen oder sich Beteiligen, um gemeinsam etwas zu nutzen oder zu erleben. Die Beispiele im Netz sind zahlreich:

Fröhlich sein…

Gemüse selber anpflanzen, aber kein eigener Garten? Kein Problem, bei meine Ernte kann man als Mitglied sowohl Anbaufläche also auch Knowhow der anderen teilen.

Ein günstiger Schlafplatz gesucht in New York? Warum sich nicht über diese Plattform eine Liegefläche auf einem Hausdach sichern, natürlich mit Zelt- und Meal-Sharing und der Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen.

Während die einen nach gemeinsamer Freizeitbeschäftigung oder dem (Koch-)Partner fürs Leben Ausschau halten, haben die anderen das Bedürfnis, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen:

Gutes tun…

Die gute alte Nachbarschaftshilfe kann nach einem digitalen Upgrade so aussehen, wie nextdoor das vormacht. Hier vernetzt sich das Wohnviertel miteinander, wenn jemand einen Babysitter braucht oder das Quartierfest geplant werden soll.

Ganze Städte haben sich das Teilen auf die Fahnen geschrieben, wie (ein wenig überraschend) Seoul, das durch verschiedene Teil- und Tauschangebote die Lebensqualität in der Stadt für die Einwohner verbessern und Ressourcen sparsamer einsetzen möchte. Shareable stellt diese Städte und weitere Projekte vor.

Selbstverständlich betrifft ein Bereich des Sharings das gemeinsame Nutzen von Autos, Kleidern, Maschinen und Wohnungen.

Allerdings haben einige Projekte auch höhere Ziele. Hier geht es darum, gemeinsam etwas Grosses zu Wege zu bringen. Die vernetzte Crowd kann zusammenarbeiten, gemeinsam Geld auftreiben und sich mit vereinten Kräften online für eine gute Sache stark machen. Auf den Crowdfunding-Plattformen informieren sie über ihr Anliegen und versuchen, Unterstützer zu gewinnen, wie das den engagierten Geldsammlern auf der regionalen Crowdfunding-Seite Spacehive gelingt.

Von 5. bis 11. Juni finden weltweit Events aus Anlass der Global Sharing Week statt, Veranstaltungen, bei denen das Teilen im Mittelpunkt steht.

…und die Spatzen pfeifen lassen

Musik, Geschichten und Verbundenheit erleben wie in der Kirche, aber lustiger und für Konfessionslose und Nichtgläubige? Das bietet die 2013 von zwei englischen Comedians gegründete Sunday Assembly, deren Motto lautet: „Live Better, Help Often, Wonder More.“

Was machen WIR in diesen Communities auf Zeit? Wir teilen, wir sammeln Geld für eine gute Sache, wir tun uns zusammen, und erfahren darin Sinn, Gutes zu tun. Warum machen WIR das?

„Fortschritt und Wachstum, Freiheit und Selbstbestimmung, Demokratie und Humanismus bieten als ‚weltliche Sinnangebote‘ (Gerhard Gamm) keine ausreichende Orientierung mehr.“ (Bundeszentrale für politische Bildung).

Wir sind auf der Suche nach mehr, nach etwas, das unserem Leben Sinn gibt, über diese weltlichen Sinnangebote hinaus. Im christlich geprägten Mitteleuropa, in dem wir aufgewachsen sind, ist dieser Bereich eine Kernkompetenz der Kirchen bzw. der Religion. Die christlichen Kirchen gehören zwar nach wie vor zu den grossen Gemeinschaften dieser Welt, aber nicht mehr all ihre Schäfchen finden dort ein Gesinnungs-Zuhause.

Trotzdem – die Eckpfeiler und Grundideale der Religion und Kirche, wie Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Solidarität und Gemeinschaft haben uns geprägt und sie leben weiter. Sie bieten nach wie vor erstrebenswerte und sinnstiftende Ziele für das Individuum 4.0. Sie werden zeitgemäss umgesetzt und gewinnen auf eine neue Art an Bedeutung, durch Online-Sharing und durch den gemeinsamen Einsatz der Crowd für eine gute Sache.

PS: Über Zürichs Sharing-Communities berichtet der Zürcher Tagesanzeiger heute, am 24.5.2016, auf S. 23. Vorgestellt werden hier der Quartierverein Albisrieden, die Talentaustauschbörse Tauschen am Fluss und die Plattform FleXibles, die sich mit neuen Wirtschafts- und Arbeitsformen auseinandersetzt. Lesenswert!

 

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