Prosument 4.0

Der Ökonom Thomas Straubhaar ist sich sicher: „der klassische Güterhandel mit standardisierten Massenprodukten ist ein Auslaufmodell.“ Was heisst das nun in der Konsequenz für uns Einzelne? Fakt ist, auf ökonomischer Ebene etabliert sich im Zuge der Digitalisierung ein neues Geschäftsmodell: der Trend zu immer individuelleren und personalisierteren Produkten. Die Zielgruppe ist nicht mehr die Masse, sondern das Individuum (Kaufmann, 2015).

Heute hat der einzelne Konsument verstärkt die Möglichkeit bei der Produktgestaltung aktiv mitzuwirken. Vom eigens zusammengestellten Müsli, der Lieblingsschokolade bis hin zum selbstgestalteten Sportschuh. Das kommt an, denn die Produkte mit persönlicher Note, steigern laut Experten das Selbstwertgefühl. Doch Obacht! Das individualisierte Gut ist meist um einiges teurer als das Standardangebot (FAZ, 2016).

Logisch. Und trotzdem, die Richtung in welcher sich dieser Trend entwickelt, birgt für uns Einzelne ganz neue Möglichkeiten. Zugegeben, das individuelle Müsli oder die persönliche Schokolade, dies erscheint bis anhin recht profan. Dinge, auf welche wir gut und gerne verzichten könnten. Doch wir stehen ja erst am Anfang der vierten industriellen Revolution und im Zuge derer heisst das neue Zauberwort: 3D-Druck. Mit Hilfe dieses Verfahrens, bei welchem dreidimensionale Gegenstände ausgedruckt werden, lassen sich weitaus komplexere Produkte realisieren. So können beispielweise Ärzte, die Anfertigung ihrer individuellen medizinischen Werkzeuge mittels 3D-Druck, in Auftrag geben. Und: mittlerweile wird die private Anschaffung eines 3D-Druckers für uns Einzelpersonen immer erschwinglicher. Jedoch muss hier angemerkt werden, dass sich die Geräte für den Hausgebrauch bis anhin noch nicht durchsetzen konnten. Mehr unbrauchbares Plastik als nützliches Gebrauchsprodukt.

Noch. Denn unter dem Stichwort Fabbing wird annähernd aufgezeigt wo die Reise hingehen könnte. Der Begriff steht für das Fabrizieren individueller dreidimensionaler Produkte. Dabei erhalten „sogar Privatpersonen die Möglichkeit, ihre Ideen schnell und günstig als Prototypen und Produkte herzustellen“ und „diese Produkte können über Web-Portale weltweit vertrieben werden“. Was der 3D-Drucker aus dem Hausgebrauch noch nicht bewerkstelligen kann, ermöglichen die sogenannten FabLabs. In diesen Werkstätten erhält unsereins Zugang zu hochmodernen Produktionsmitteln, welche die Herstellung von individualisierten Einzelstücken, vom Alltagsgegenstand bis hin zum High-Tech-Produkt, ermöglichen. Interessiert? Auch in Zürich gibt es bereits ein FabLab. Ihr Slogan – Mach dein Ding.

Was heisst das nun für das Individuum 4.0? Werden wir unsere Gebrauchsgegenstände in Zukunft nur noch selbst herstellen oder diese gar kommerziell vermarkten? Das grenzt wohl an Utopie. Aber, ob wir selbst herstellen oder herstellen lassen. Der persönliche Einfluss diesbezüglich wird stetig zu nehmen.

 

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