Datenschutz – Warum?

Was genau bedeutet Datenschutz, wie werden unsere Personendaten genutzt und wer informiert uns über Sicherheitsmassnahmen?

Das Datenschutzrecht ist dazu da, Personendaten gegen Missbrauch zu schützen und die informationelle Selbstbestimmung zu gewährleisten.

Personendaten sind „Informationen, die sich auf bestimmte oder bestimmbare Personen beziehen“ (Rudin, 2011). Man unterscheidet „gewöhnliche“ und „besondere“ Personendaten, wobei erstere der Name, die Adresse oder beispielsweise das Geburtsdatum einer Person bezeichnen. Diese Personendaten bringen in der Regel kein besonderes Risiko einer Diskriminierung mit sich. Bei der Bearbeitung „besonderer“ Personendaten besteht hingegen die Gefahr der Verletzung der Grundrechte. Hier handelt es sich um Daten, wie religiöse oder politische Ansichten oder auch Daten über den Gesundheitszustand. Jedoch können auch „gewöhnliche“ Personendaten unter bestimmten Umständen besonders schützenswert werden – so zum Beispiel auch im Internet. (Dsb BS)

Für Unternehmen ist es heute, dem Internet sei Dank, sehr einfach, das Konsumverhalten einzelner Personen nachzuzeichnen und daraus Persönlichkeitsprofile zu generieren. Es werden die „gewöhnlichen“ Personendaten verfolgt, beobachtet, wann man wo welche Inhalte anschaut, wie lange man auf einer Seite verweilt und was man dabei anklickt. Auch die IP-Adresse gehört zu den „gewöhnlichen“ Personendaten. Man wird vom Nutzer und einfachen Surfer zum Vermarktungsobjekt und erhält massgeschneiderte Werbung aufgeschaltet. So werden auch immer wieder die grossen Internet-Firmen wie Google und Facebook für den zu „geschäftstüchtigen“ Umgang mit den Personendaten kritisiert (Kremer, 2015).

Das Recht der informationellen Selbstbestimmung ermöglicht einem, selber zu entscheiden, wann und wo man welche Daten über sich preisgeben möchte. Doch vielen ist nicht bewusst, was es heisst, wenn sie ihre persönlichen Fotos auf Social Media-Kanälen verbreiten und was das für Auswirkungen haben kann. Der Freund meines Freundes kann meine persönlichen Fotos sehen (wenn ich das nicht in den Sicherheitseinstellungen ändere) und dieser ist vielleicht mit meinem Chef befreundet. Möchte ich wirklich, dass gerade mein Chef davon erfährt, was ich am Wochenende gemacht habe und ein vielleicht sehr unpassendes Bild von mir findet?

Auch die Geheimdienste stehen vermehrt in den Schlagzeilen für ihren „unverhältnismässigen Eingriff in den Datenschutz“ – die Überwachung des einzelnen Bürgers hat aufgrund von Terrorattacken eine neue Wichtigkeit erhalten (Kremer, 2015). Doch wie viel Überwachung ist dabei zu viel? Wo muss auch der Staat seine Grenzen ziehen?

Laut einer Amerikanischen Studie führt die staatliche Überwachung sogar schon zu Selbstzensur im Internet. Persönliche Meinungen werden angepasst, aus Angst vor einer möglichen Überwachung durch den eigenen Staat.

Wohin führt uns denn das Ganze?

Mehr und mehr appellieren auch die Behörden an den Schutz der Personendaten im Netz und versuchen, die Bürgerinnen und Bürger aufzuklären. (Die Behörden selber besitzen allerlei Informationen über uns Bürger – beim Beobachter kann man lesen, was sie damit tun). Der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich beispielsweise hat im Januar dieses Jahres YoutuberInnen dazu aufgerufen, ihre Erfahrungen mit dem Datenschutz und der Privatsphäre in einem Film darzustellen. Zahlreiche Videos sind das Resultat des Aufrufs, wobei man hier das Siegervideo schauen kann:

Selber ist der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich auch seit kurzem mit einem eigenen Kanal auf Youtube präsent. Neben den öffentlichen Institutionen treten auch Private immer mehr mit informativen Plattformen zur eigenen Sicherheit im Netz auf. Auf dem Infoportal ID Kompass der Bundesdruckerei findet man thematische Artikel und nützliche Tipps und Tricks im Umgang mit dem Datenschutz, aber auch allgemeine Informationen zum Thema Sicherheit im Netz.

Wird es helfen, die Digital Natives auf einen bewussteren Umgang mit ihren Daten im Internet aufmerksam zu machen? Oder werden die Individuen 4.0 ganz anders zum Thema Datenschutz und Privatsphäre stehen?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s