Heute hier, morgen dort…Der Digitale Nomade – ein Traum!

 

Nomaden 5

Immer unterwegs, unabhängig und selbstständig, so nebenbei Geld verdienen mit ein bisschen Bloggen und Werbeeinnahmen, so wirkt das Leben der Digitalen Nomaden, wie es die modernen Wandervögel in ihren Blogs darstellen.

Ein Leben ohne die Belastungen und Einschränkungen einer festen Arbeit, eines festen Wohnsitzes einer festen Beziehung, ist das die totale Freiheit?

Die Idee ist nicht neu, auch die Hippies der 60er und 70er sehnten sich nach dieser Art des ungezwungenen Lebens und reisten mit leichtem Gepäck: „Freedom is just another word for nothing left to lose.“

Allerdings könnte man die Blumenkinder eher als sinnsuchende Nicht-Berufstätige bezeichnen, wohingegen zu einem Digitalen Nomaden eher der Ausdruck verdienstsuchender Mobil-Berufstätiger passen würde. Das jederzeit und an vielen Orten der Welt verfügbare Internet und WLAN macht es besonders Selbstständigen leicht möglich, ihrer Arbeit ortsunabhängig nachzugehen. Viele verdienen Geld mit ihren Blogs und der darauf verkauften Werbung.

„Nomaden waren den Machthabern sesshafter Völker aller Zeiten sehr oft suspekt und wurden nicht selten als Barbaren betrachtet. Aufgrund ihrer mobilen Lebensweise waren sie schwer zu kontrollieren […] und entzogen sich jeglichem Einfluss“ (wikipedia).

Auch die heutigen Digitalen Nomaden gehen einen besonderen Weg, auch sie können sich durch ihre Ungebundenheit ein Stück weit der Kontrolle entziehen. Allerdings ist ihre Stellung in (oder ausserhalb?) der Gesellschaft eine andere: Sie gehen geachteten Berufen nach, sind Informatiker, Social Media Experten, Journalisten und Architekten. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt mit Kursen, Blogs und E-Books. Sie organisieren Workshops und Konferenzen oder vermitteln Yoga.

Sie haben ihre eigenen Plattformen, wo sie sich informieren, vernetzen, nach Arbeit, Tipps oder Gleichgesinnten suchen können.

Der Digitale Nomade ist ein Erfolgsmodell  in seiner Flexibilität, Anspruchslosigkeit, Vernetztheit und der Fähigkeit, mit den Errungenschaften des World Wide Web Geld zu verdienen und Kontakte zu knüpfen.

Es könnte auch zu einem Zukunftsmodell des Individuums 4.0 werden, denn für immer weniger Tätigkeiten braucht es einen festen Arbeitsplatz. Arbeitgeber können Geld sparen, indem sie Freelancer temporär für ein Projekt anstellen. Reiselustige und Selbstständige können irgendwo auf der Welt an einem günstigen Ort leben und dort oder von dort aus ihren Lebensunterhalt verdienen. Unternehmen können ungebundene, kinderlose Selbstständige, die aus Überzeugung als bescheidene, aber glückliche Heimatlose leben, viel leichter für einen kurzfristigen Job an einem beliebigen Aufenthaltsort gewinnen.

Alles grossartig, oder? Einigen scheint es wirklich zu gelingen, unterwegs genügend Einkünfte zu erzielen, andere reden offen über das gar nicht so leichte Geldverdienen als Digitaler Nomade. Die meisten Dauerreisenden scheinen Heimweh oder die Sehnsucht nach Freunden, Familie und Vertrautheit weniger zu kennen als wir Sesshaften.

Oder kommt auch bei ihnen irgendwann der Punkt, an dem die Freiheit zur Routine und Belastung wird und ein spiessbürgerliches Leben mit Partner, Kind und Haus oder der feste Bürojob mit Versicherungsschutz und Altersvorsorge plötzlich erstrebenswert wird?

 

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2 Gedanken zu “Heute hier, morgen dort…Der Digitale Nomade – ein Traum!

    • Es muss nicht immer Bali sein :-). Wo man in der Schweiz unterwegs arbeiten kann, zeigt das Buch „Die Schweiz ist ein Büro. 60 unkonventionelle Arbeitsorte unterwegs“ von Katrin Gygax.

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