Das Internet. Die neue Droge des Individuums 4.0?

Facebook, WhatsApp, Email, Youtube, Twitter und… Kurz gesagt der totale digitale Overload. Können wir uns als Einzelne diesen Mechanismen überhaupt noch entziehen? Sind wir noch fähig auf Standby zu schalten und uns die Zeit zu gönnen, welche es uns erlaubt zu erspüren, wer wir eigentlich sind? Oder wird das Internet die neue Trenddroge des Individuums 4.0?

Ab wann kann man überhaupt von einer Internetsucht sprechen? Schwierige Frage. Grundsätzlich existiert bisher kein internationaler Konsens über eine konkrete Definition der Internetsucht. Die Aussage mancher Experten lautet jedoch: Wer aus reinem Vergnügen um die 30 bis 35 Stunden in der Woche im Internet verbringt, gilt als suchtgefährdet (Prahl, 2014). 30 Stunden pro Woche, das sind rund 4 Stunden pro Tag. Eigentlich gar nicht mal so viel.

Also alles nur Panikmache?

Die Stiftung „Sucht Schweiz“ publizierte jüngst zum zweiten Mal einen Bericht, in welchem die Schweizer Konsumtrends in Bereichen wie Alkohol, Tabak und illegale Drogen analysiert wurden. Dieses Jahr neu hinzugekommen, der Internetkonsum. Laut der Einschätzung „weisen 4.3% der Bevölkerung oder mehr als 300’000 Menschen Anzeichen einer als symptomatisch (risikobehaftet) qualifizierten Nutzung auf“ (Sucht Schweiz, 2016). Zudem haben 1 % der Gesamtbevölkerung ihre Internetnutzung nicht mehr unter Kontrolle, dies entspricht etwa 70 000 Personen. Am stärksten gefährdet sind Jugendliche. Neben dem Ansehen von Filmen und dem Konsumieren von Online-Games zählt der Gebrauch von Online-Kommunikationsmitteln zur Hauptaktivität von problematischen Internetnutzenden (Sucht Schweiz, 2016).

1 % der Schweizer Bevölkerung soll also internetsüchtig sein. Eine Zahl, die einem irgendwie immer noch nicht so recht Angst einjagen mag. Was ist jedoch mit den restlichen 99 %? Alles im grünen Bereich? Dass der oder die Einzelne mit dem eigenen Internetkonsum zunehmend überfordert ist und offensichtlich Probleme hat, die Internetnutzung eigenständig unter Kontrolle zu halten, zeigt die erhöhte Nachfrage nach dem neusten Trend: Digital Detox. Die digitale Entschlackung also (Kreisel, 2015) .

In den sogenannten Digital-Detox Camps sind Geräte, welche den Zugang zum Internet ermöglichen, tabu. Smartphone, Laptop, Tablet ade. Ziel ist es, laut Betreiber solcher Camps, wieder zu sich selbst zu finden, sich und seine Befindlichkeiten zu spüren. Jenes mit Hilfe von Lagerfeuer, Yoga, Meditation, gemeinsamem Kochen von veganen, ayurvedischen Gerichten, Wanderungen etc. Das Ganze läuft, je nach Angebot, innerhalb von zwei bis vier Tagen ab. Dann ist der ganze Spass vorbei und der Powerknopf darf wieder gedrückt werden (thedigitaldetox, 2016).

Werden wir in Zukunft also schon nicht mehr fähig sein, uns eigenständig die Zeit zu nehmen, welche uns doch zusteht. Ist das Internet vielleicht doch die neue Droge des Individuums 4.0?

Übrigens, wem der Besuch eines Digital-Detox Camps zu teuer ist kann sich auch eine der vielen Apps gegen Internetsucht herunterladen. Hier eine kleine Zusammenstellung 😉

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