Das Individuum 4.0 – eine Annäherung

Schlägt man, für uns als digital Natives heute wohl eher untypisch, die Wörter Individuum und individuell im Duden nach erhält man folgende Begriffserklärungen: das Individuum, der Mensch als Einzelwesen einschliesslich seiner jeweiligen Besonderheiten, tritt als einzelne Persönlichkeit, geprägt durch seine Einmaligkeit und Eigenart in Erscheinung (Duden, 2007).

Jeder von uns hat seine individuellen Probleme, Bedürfnisse und im Laufe seines Lebens ganz spezifische Erfahrungen gesammelt. In der physischen Welt erscheint dieses individuelle Wesen einigermassen fassbar zu sein. In der Interaktion können wir versuchen zu erahnen, was für eine Art Mensch vor uns steht.

Wie lässt sich nun aber diese Einzigartigkeit in eine virtuelle Welt tragen? Ist eine Maschine überhaupt fähig, diese vielschichtigen Facetten eines Individuums darzustellen? Kritische Stimmen behaupten jetzt schon, dass dieses oben beschriebene Menschenbild und der Begriff Individuum im Internet so nur noch bedingt zutreffen. Internetgiganten wie Google und Facebook machen uns Einzelne zu einer Art Internetwesen, welche nun aus einer Ansammlung von Daten und Fakten bestehen. Mit Hilfe dieser Daten und Fakten und deren Analyse wird dabei versucht unser Verhalten vorauszusagen (Mayrbaeurl, 2014).

Was heisst das nun für uns? Wir als Individuen sind kalkulierbar, nur noch geprägt von Daten, Zahlen und Fakten? Eine gewagte These. Doch schaut man sich die neusten Entwicklungen in der digitalen Welt an, lässt sich dieser Gedanke nicht ganz so leicht von der Hand weisen. Die vierte industrielle Revolution steht vor der Tür: Die Industrie 4.0, sprich die Vernetzung von virtueller und physischer Welt und die Verschmelzung von Mensch und Maschine. Beliebtes Schlagwort in diesem Zusammenhang ist das Internet der Dinge, bei welchem alltägliche Gegenstände wie Autos, Wasserkocher oder Waschmaschinen mit dem Internet verbunden werden (SRF, 2016).

Und wir. Gehören wir auch bald zu diesen Gegenständen? Das menschliche Individuum. Ein Gegenstand.

Laut dem Autor eines Artikels in der FAZ, soll zukünftig auch der Mensch eine berechenbare Grösse im Internet der Dinge darstellen. So wird „der freie Wille in eine binäre Zahlenlogik kodiert“ dabei wird der Mensch „nicht mehr in Worten, sondern in mathematischen Formeln erzählt. Er wird zum laufend aktualisierten Internetprotokoll in einer Datenbank, vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche abrufbar“ (Lobe, 2016). Der Artikel schliesst mit der Mahnung ab, dass wir Menschen uns weitaus weniger darüber Gedanken machen sollten, ob Maschinen wie Roboter uns bald die Arbeit wegnehmen, sondern viel mehr darüber, dass wir Menschen immer maschinenähnlicher werden.

Das Individuum 4.0. Also ein maschinenähnliches, programmierbares Wesen?

 

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